Für etwa 200 Jahre wurde im 18. Jahrhundert die Idee der Rasse zu einem wichtigen Instrument, mit dem sich die Welt wissenschaftlich, politisch und sozial vermeintlich ordnen und erklären ließ. In diesem Seminar soll die Entstehung und Entwicklung der Vorstellung von Rassen untersucht werden - von ersten Versuchen, Rassen zu definieren und zu hierarchisieren bis zu Erfindung und Radikalisierung von Eugenik und Rassenhygiene und ihrer politischen Umsetzung durch den NS-Staat. Betrachtet werden schließlich auch die Um- und Neudeutungen nach 1945 sowie die allmähliche Abkehr vom Rassenparadigma. Neben der historischen Analyse soll in diesem Seminar die konkrete Arbeit an und mit Sammlungsbeständen der Universität stehen.
In der Vorlesungszeit werden mit Unterstützung durch das Schreibzentrum einzelne Texte zu Sammlungsobjekten verfasst, die nach Überarbeitung in der vorlesungsfreien Zeit als Sammelband in der Schriftenreihe "Laborberichte" veröffentlicht werden. Die Veranstaltung findet im Rahmen des von der Mercator-Stiftung geförderten Projektes "Laboratorium der Objekte" statt.