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Bezeichnung
Faksimilesammlung Dr. Detlef M. Noack
Wissenschaftliche Sammlung

Sammlung
Ort
StadtBerlin
Betreuende Einrichtung
Assoziierte Organisation
Sammlungsart
Sonderform
Funktion
Wissenschaftliche FunktionForschungssammlung
Wissenschaftliche FunktionLehrsammlung
Teilsammlung
Ist Teilsammlung von
Geschwistersammlung
Beschreibung

Die Faksimilesammlung Dr. Detlef M. Noack umfasst über 550 Faksimiles und Einzeldrucke. Sie wurde von dem Kunsthistoriker Detlef M. Noack (1925–2014) über Jahrzehnte aufgebaut. Nach seinem Tod haben die Erbinnen 2015 diese einzigartige Sammlung dem Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin in großzügiger Weise als Schenkung übereignet, wo sie nunmehr für Lehr- und Forschungszwecke zugänglich ist.

Umfang und Inhalt:

Die Sammlung umfasst etwa 450 Vollfaksimiles sowie zahlreiche Einzelblätter. Sie ist historisch breit angelegt und reicht von der Spätantike bis in die Frühe Neuzeit. Neben Reproduktionen von illuminierten Codices sind auch Rollen (rotuli), Blockbücher und mit Stichen oder Holzschnitten versehene Exemplare des frühen Buchdrucks, sowie Nachbildungen von Elfenbeintafeln und Karten vorhanden. Von den Anfängen der Buchmalerei sind einige der bedeutendsten Handschriften vertreten (z.B. der Wiener Dioskurides, der Codex von Rossano, die Wiener Genesis, der Ashburnham Pentateuch). Die meisten Exemplare der faksimilierten Handschriften entstammen dem christlichen Mittelalter, doch gibt eine Reihe von Haggadot auch einen Einblick in diese Tradition jüdischer Gebetbücher. Ergänzt werden die vorwiegend religiösen Codices durch Bücher unterschiedlichsten Inhalts wie z.B. Kalendarien, medizinische, astronomische und kosmographische Schriften, Chroniken, Bestiarien, Tanz- und Jagdbücher. Weiterhin finden sich in der Sammlung auch Faksimiles eines ägyptischen Totenbuchs und altamerikanischer Schriften.

Anhand der Sammlung lässt sich die Geschichte des Buches in vielerlei Hinsicht nachvollziehen, als eine Geschichte der Formate und Beschreibstoffe, der Buchtypen und Funktionen, der Schriftformen und bildlichen Ausstattung sowie der Verfahren der Buchgestaltung von der Handschrift zum Buchdruck. Nicht zuletzt bietet die umfangreiche Sammlung auch Gelegenheit, die Technik der Faksimilierung in ihrem Wandel zu verfolgen. Die reproduzierten Handschriften werden häufig durch Nachbildungen von Buchdeckeln oder -kästen ergänzt, so dass sich nicht nur Texte und bildliche Ausstattung studieren lassen, sondern das Buch auch in seiner Dinglichkeit und Handhabe fassbar wird. Die Sammlung bietet in Umfang und Auswahl hervorragende Bedingungen sowohl für die kunsthistorische Lehre und Forschung als auch für eine interdisziplinäre Buchforschung.

Schwerpunkte:

Bedingt durch das Angebot faksimilierter Handschriften, aber auch durch seine eigenen Interessen hat Detlef M. Noack bestimmte Schwerpunkte gesetzt. Überwiegend handelt es sich um Reproduktionen von Zimelien der Buchmalerei, die im westlichen Europa angefertigt wurden. Epochale Schwerpunkte liegen im frühen Mittelalter bis um 1100 und im späten Mittelalter, insbesondere im 15. Jahrhundert. Für das frühe Mittelalter lässt sich ein Fokus auf karolingischen und ottonischen Handschriften ausmachen, die durch einige insulare, spanische und byzantinische Exemplare ergänzt werden. Darüber hinaus gibt es zwei dezidierte Schwerpunkte: Einmal sind das die 20 Faksimiles von Handschriften der Apokalypse, und hier wiederum insbesondere illuminierte Codices mit dem Kommentar des Beatus von Liébana, sowie anglo-normannische Apokalypsehandschriften ab dem 13. Jahrhundert. Den zweiten Schwerpunkt bilden spätmittelalterliche, nördlich der Alpen entstandene Stundenbücher des 14., 15. und frühen 16. Jahrhunderts, v. a. französischer und niederländischer Provenienz (z.B. das Stundenbuch der Jeanne d’Evreux, mehrere Handschriften des Duc de Berry, darunter die Très Riches Heures, weiterhin das Rohan-Stundenbuch, die Stundenbücher der Maria von Burgund, das Grimani-Brevier oder das Rothschild-Gebetbuch).

Recherche und Benutzung:

Die Faksimiles sind mit ihren jeweiligen Kommentarbänden vollständig im Bibliothekskatalog des Kunsthistorischen Instituts erfasst. Die Signaturen der einzelnen Bände können über die Titeleingabe im Bibliotheksportal Primo recherchiert werden. Einen Überblick über den Gesamtbestand der Sammlung bietet die Inventarliste. Benutzer/innen mit Bibliotheksausweis können den gewünschten Band über Primo bestellen, zu jeder vollen Stunde an der Leihtheke der Bibliothek des KHI in der Koserstraße 20 abholen und im Lesesaal einsehen.

Aktive Sammlung
Ja
Sammlungskonzept
Keine Angabe
Benutzungsordnung
Keine Angabe
Bestände
Fachgebiet
Objektgattung
GattungsbeschreibungManuskript (Kopie)
Bestände
ObjektgattungAnzahlDokumentiertDigitalisiertOnline
Informationsressourcen
Digitale Sammlung
Sammlungsportal
Kontakt & Infrastruktur
Adresse
Freie Universität Berlin
Bibliotheken des Friedrich-Meinecke-Instituts und des Kunsthistorischen Instituts
Koserstr. 20
14195 Berlin
E-Mail-Adresse
Telefonnummer
Ansprechpartner_in
SammlungsbetreuungProf. Dr. Karin Gludovatz (Wissenschaftliche Leitung)
SammlungsbetreuungDr. Ulrike Tarnow (Bibliothekarische Leitung)
Öffnungszeiten

Die Zugänglichkeit der Sammlung richtet sich nach den Öffnungszeiten der Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität Berlin. Nach Bestellung können Sammlungsobjekte zu jeder vollen Stunde eingesehen werden.

Aktivitäten
Verwendung in der akademischen Lehre
im Rahmen der disziplinären Lehre
Aktivität